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Review at Alternativmusik.de :
http://www.alternativmusik.de/rezensionen/of-the-wand-and-the-moon-%e2%80%93-sonnenheim/


„Bring deine Freunde zum Fest, es ist Nacht in Sonnenheim“ – mit dieser auf deutsch vorgetragenen Zeile im Stück Nighttime in Sonnenheim wird Kim Larsen nicht nur mir, sondern vermutlich auch zahllosen anderen Rezensenten eine große Freude gemacht haben. Glücklicherweise aber hat er nicht nur eine schöne Zeile für alle Rezensenten geschrieben, sondern ein sehr rundes Neofolk-Album abgeliefert. Wo die Vorabsingle Hail Hail Hail noch alles offen ließ, wohin es musikalisch geht, ist nun der Weg wieder zu erkennen – es wird glücklicherweise doch nach wie vor puristischer Neofolk produziert. Dass sich die Marschroute etwas verändert hat, ist jedoch auch auf dem fertigen Album nicht abzustreiten. Akkordeon, Glockenspiel, Keyboard und verschiedenes anderes Instrumentarium warten hier in großer Dichte auf. Das Akkordeon wird übrigens auf drei Stücken von Forseti-Kopf Andreas Ritter übernommen.

Das Album bietet also eine dichtere Instrumentennutzung als die vorangegangene Trilogie, ohne dabei den Liebhaber der ruhigen Töne der Formation zu vergraueln. Der puristische Wanderklampfen-Charakter der vorangegangenen Werke hätte auch schnell in eine Sackgasse führen können, somit ist es löblich, dass Kim Larsen seine musikalische Welt erweitert hat. Mit Hilfe der Instrumentierung und der zahlreichen Mitmusiker schafft er ein Neofolk-Album, das irgendwo zwischen „treibend“ und Lagerfeuer-Romantik anzusiedeln ist. Der oftmals treibende Charakter wird auch durch intensivere und schnellere Trommelnutzung deutlich, wie beispielsweise im Titel Camouflage. Mit sphärischen Keyboard-Klängen unterlegt und der authentischen Stimme Kim Larsens begibt man sich hier in die Nähe der Gefilde der Neofolk-Urväter von Death In June. Diesen Vergleich gab es zwar schon oft bei den ersten Veröffentlichungen, beim neuesten Werk aber erscheint er zum ersten mal auch gerechtfertigt. Der Einfluss der Mannen um Douglas Pearce ist nicht zu verkennen, was aber sicherlich nicht im Sinne eines Plagiats zu verstehen ist, sondern eher in einem Sinne, der vergleichbar mit der analogen Tatsache ist, dass jede Rockband aus England auf Beatles-Elemente hingeprüft wird.

Das bereits angesprochene Hail Hail Hail ist auf Sonnenheim übrigens als Hail Hail Hail 2 zu finden, was sich dem Folk des Albums anpasst und nicht mehr so stark rituell wie auf der vorab erschienen 7“-Single klingt. Wäre die Urversion auf dem Album gewesen, hätte es einen großen Bruch mit sich gebracht, so aber fügt es sich gut ins Gesamtbild. Die lange Wartezeit auf das Album wird durch seine Qualität auf jeden Fall gerechtfertigt. Den Namen :Of the Wand and the Moon: sollte man sich in diesem Genre auch weiterhin merken.

Einige Fragen schwirren einem allerdings beim Album dann doch durch den Kopf… Dass Kim Larsen ein Faible für Runen hat, weiß man. Aber komisch erscheint das neuerliche Kokettieren mit der deutschen Sprache wie auch die plötzliche Tarnfarbennutzung, die neben dem mit Camouflage betitelten Stück auch im Booklet sichtbar wird. Einfaches Interesse? Eine Hommage an das große Vorbild? Oder reiner Zufall? Für diejenigen, die nach politischen Inhalten suchen, ist dies vermutlich ein gefundenes Fressen, obwohl offensichtlich nichts Politisches an diesem Werk zu finden ist. Aber dies denjenigen beizubringen, die dieses leidige Thema immer wieder auffrischen möchten, ist ein ganz anderes Unterfangen… Dem geneigte Hörer allerdings kann dies gänzlich egal sein: Dieser kann sich freuen – über ein sehr gelungenes Werk!

 



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